



A stolzer Hoahn
Amol wuchs a klänes Schiepala zo am stoattlicha Hoahne mit am prächtiga Gefieder azu. On dar stolzierte sehr selbstbewußt ei säm Hinnerhofe rem, duldete kann Rivala on woar dervone ieberzeugt, niemols änn Fehler zo begiehn. Allmählich wurde ar oaber taab ferr oalle weisa Rotschläge on aach blend ferr oalle Gefährdunga. On asu woar ar schließlich äne leichte Beute ferr änn Fochs. Ei ämm nohnda Peschla foand ma dann bloß noch a poar bunte Fadarn, die oa doas ieber aus stolze Wesen erennerta.- On doas woarschll On beim Fochse wie aach bei sann Genossa woar der Opptiet off Hinnerflääsch asu gruuß geworn, doaß se siech äne Henne noch der andarn hullta. Do werd ma halt a beßla nochdenklich ieber doas, woas Stolz letztlich eibrängt. - Wie ofte begäänt ma doch Männarn, Frauen oder ganza Völkarn, ferr die es besser gewaast war, sie hätta vo dam stolza Hoahne woas gelannt.
Hermann Günzel

Regentage.
Eigentlich war bei uns
Kindern immer etwas los, nur an Regentagen hatten wir manchmal Langeweile.
Heute war mal wieder so ein Tag. Ich schlich herum und wusste nicht was ich
anstellen sollte. Da sagte meine Großmutter auf einmal, ich muss auf den
Dachboden, wenn du möchtest, kannst du mitkommen. Das war ja schon mal
was, denn dort war es immer sehr spannend. Es gab dort viele alte Sachen,
die frühere Generationen dort ausgelagert hatten, weil sie zu schade
zum Wegwerfen waren. Als wir oben angekommen waren, zeigte meine Großmutter auf
eine alte Reisetruhe in der Ecke, die mir noch nie aufgefallen war, wohl weil
ich mich dort selten aufhielt und sagte: " Ich suche ein altes Buch und
ich denke, es liegt vielleicht in der Truhe meiner Eltern.“ Diese waren schon
vor langer Zeit gestorben; nur einige Andenken lagerten noch dort." Ihr
Kinder könntet doch die Truhe nach dem Buch durchsuchen. Gleich nach dem Essen
könntet ihr damit anfangen, ich habe leider keine Zeit dazu." Begeistert stimmte ich
ihr zu. Kaum war die Mahlzeit beendet, trommelte ich meine Freunde zusammen.
Alte Kisten und Kästen, hatten uns schon immer interessiert; und gar eine
Truhe, wer weiß, was für geheimnisvolle Dinge sich darin befanden. Wir kamen
uns vor wie Schatzsucher und das wollten wir nun auch sein. Der Deckel der
Truhe war ziemlich schwer, aber mit vereinten Kräften, schafften wir sie zu
öffnen. Zuerst sahen wir gar nichts, denn durch das Dachfenster drang nicht
viel Licht in den großen Raum. Wir rückten und schoben alle zusammen die Truhe unter das
Lichtviereck. Nun konnten wir die Schätze begutachten. Obenauf lag ein
schwarzes Spitzenkleid mit vielen, vielen kleinen Knöpfchen, die mit Seide
bezogen waren; wir fanden es sehr hübsch. Wie sich später herausstellte, war es
das Brautkleid meiner Urgroßmutter. Dann kam noch ein Kränzchen mit
getrockneten Rosenblüten zum Vorschein, eine alte Pfeffermühle aus Messing, ein
Zuckertopf aus Kristall, jede Menge Bücher , eine alte Familienbibel mit
Eintragungen in Sütterlin, einer alten deutschen Schrift, die ich zu der Zeit noch nicht gut lesen konnte.
Alte Bücher von der Nordseeküste, aus Rendsburg und Hamburg, wo mein
Urgroßvater geboren und aufgewachsen war. Ein paar alte Ansichtskarten vom Hamburger Hafen, eine
silberne Gürtelschnalle mit lila Edelsteinen und eine alte Schiffermütze mit
goldenem Anker fanden wir auch. Außerdem, ein silbernes, ein goldenes
Hochzeitskrönchen und einen Zylinder, den wir alle einmal aufsetzen mussten.
Die Jungen stolzierten wie feine Herren daher und wir Mädchen haben uns kaputt
gelacht. Vor allem der feine Stock mit dem Silberknauf hatte es ihnen angetan.
Auch die alte Lorgnette die wir fanden, wurde ausgiebig bewundert und
ausprobiert. Das Buch, welches meine Großmutter haben wollte, fanden wir auch,
es war ein Kochbuch , von Henriette Davidis, dass ich noch heute besitze. So wühlten
und spielten wir den ganzen Nachmittag, bis zum Abend. So einen schönen
Regentag hatten wir noch nie und wir waren meiner Großmutter sehr dankbar dafür.
I. R.

O je, die Wenter woarn woll Derhääme stränge! Oaber mier Groafschoafter woßta ons zo halfa. A koam ju oalle Joahre, da biese Wenter, also mußte ma doodruuf vierbered’t sein. Nee oalle hoatt mer Doppelfanster, derwäjen wurde schon em Sommer Moos aus’m Posche gehullt on getroijt. Asu em Oallerhei-lijen rem hookte ma fer die äfacha Fanster draußa die schinn verzierta Fanster-braatlan ei. Ei a Zweschenraum koam troijes, wääches Moos oder grien gefärbte Holzwolle. Dermit doas oalles a hibsch aussoach stackte ma ei doas Moos, oder die Holzwolle bonte Struhbliemlan. Die klänn Fanster woarn zwoar em etwa fuffza Zentimeter klänner geowarn, aber ma woar geschetzt on der Wenter kunde koamma. Ar kaom, wie emmer, met gruußer Kälde on ließ die Fanster ei der Nacht bis nuff met schiena Eisbluma gefriarn, on Morjas kunda mier Kender, met viel Spaaß, die erschta Lächlan ei die „Blumabeete“ haucha. Doas Eisswoasser lief oam Fanster nonder, nee ärn off a blanka Fansterkoop, doo-derfiere woar viergesorjt, nä, ei ääne Renne oam Fansterkoppe drenne lang on off der Seite vum Fanster ei a Bottla, woas onderm Fansterkoppe uufgehängt woar. Doas woar doas Fansterbottla, on doas mußte iebra Tag efter geläärt waarn. Also hieß doas woll a uufpaossa! Denn wenn doas woarm ei der Stube wurde, die Fanster oabtaata, lullerte a ganz beßla Woasser ei die Bottlan nei. Mier Kender woarn doo emsiech bei der Sache, kund mer sche doch ausläärn on ei der Woaschschessel met daam Woasser a weng remproantscha. Scheffla foahrn! Oaber doas Fansterbottla hoatte aach a Geheimnes! On wie doas met Geheimnessa ies, die bränga ääne gruuße Spoannong miete. Nu ja, doas kaom asu! - Kamm doas die Fansterbraatlan draußa eigehanga woarn, die schinn Struhbluma lechta toata, durfte iech doch jeda Oomd a Steckla Zocker draußa off doas Moos oam Fansterkoppe leen. Der Kloapperstorch teet siech doas hulla on mier geschwende a Geschwesterla bränga, sääte die Mutter. Nu woar iech met daan Ohrn ganz bei der Sache on horchte emmer ob iech woas hoarte wenn der Storch siech doas Steckla Zocker hullt. On doas ääne Moal, es woar schonn fenster on ooßiech kaalt draußa, hoart mer doch woas eis Fanterbottla lullan! „ Siste, sääte die Mutter, doas Geschwertala pullert schon ei’s Fansternappla!“ Na, wie doas meegliech woar, mechte iech hoite nooch wessa. –
Erhard Gertler

Rauchzeichen

Die ruckzuck sind se
weg Pilze.
Vor kurzem war ich
wieder einmal in meiner Heimat Volpersdorf. An einem sonnigen Herbsttag, nahm ich mir einen
kleinen Weidenkorb und dachte, morgen gibt es Pilze wenn ich genügend finde,
also gib dir Mühe. Langsam, ganz gemütlich, stieg ich die Eisenlehne hoch und
erfreute mich an den vielfarbig leuchtenden Ahornbäumen, die ab und zu durch den Wald lugten. Pilze gab es reichlich
wie mir schien. Immer wieder fand ich sie am Waldrand, im Moos zwischen
Fichtensämlingen oder an einer sonnenbeschienenen Stelle. Es gab
Butterpilze, Steinpilze, Groaseschwoappa und den einen oder anderen
Pfifferling. Ich hatte schon ganz gut gesammelt und musste mich erst einmal
vergewissern, wo ich denn nun eigentlich war. Ich bemerkte, dass ich mich in
der Nähe des Rohmhübels befand. Plötzlich, sah ich nicht weit von mir
eine hübsche junge Frau mit einem Körbchen stehen. Sicher sucht sie auch Pilze-
dachte ich. Irgend wie sah sie aber nicht so aus wie die Frauen im Dorf, mit
ihrem langen blonden Zopf und dem hübschen aber doch fremdartigen lichtblauen Kleid.
Beim näherkommen sprach sie mich an und fragte:“ Was für Pilze suchst du denn?“
Weil sie so seltsam war, machte ich mir einen Spaß und sagte:“ Die ruckzuck
sind se weg Pilze.“ Die kenne ich nicht, gibt es die jetzt? Wir gingen ein Stückchen zusammen weiter, bis zu einer Lichtung auf
dieser standen wunderschöne Maronen. „ Siehst
du, sagte ich zu ihr das sind die ruckzuck sind se weg Pilze“. Nahm mein Messer
, schnitt sie schnell ab und legte sie in meinen Korb. Sie schaute zu und
lachte, dann sagte sie:“ Du bist ja noch viel besser als ich zu Streichen
aufgelegt, aber nun muss ich leider
gehen.“ Ich sagte: „ Du hast doch noch
keine Pilze, die brauche ich auch nicht, ich gehe zum Rohmhübel und fort war
sie, als hätten Sonnenstrahlen sie
mitgenommen. Ob das die Hofe Verone war?
Wer weiß.
I. R.

Die
gruuße Angst
Die
Ludwig Schneidan kläät on klenselt on jammert schrecklich stundalang, o Gott,
nä nä´s ies zom Verzweifan, mei Moan ies schon verza Toage kroank! Etz tut ach
onse änzige Ziege ganz drehnich seit
heute Nacht, ich hoa dam lieba guda Vieche en warma Eiguß schunn gemoacht! Mir
ies woarhaftig Angst on Bange,
Von Waltraud Töpper

Die Fledermaus mit dem Rosenblatt.
Oft saß ich an Sommerabenden auf unserer alten Bank im Garten. Die Tageshitze löste sich in der Abendkühle auf und der Himmel bekam eine wunderschöne Patina in allerlei Farben. Die Fledermäuse zeichneten sich vor dem hellen Abendhimmel wie ein Schattenspiel ab. Es war, als führten sie ein modernes Märchen auf. Stundenlang hätte ich zuschauen können; aber der Himmel wurde langsam immer dunkler. Plötzlich, sah ich eine der Fledermäuse nur noch langsam und taumelnd fliegen, irgendetwas musste ihr zugestoßen sein. Am nächsten Morgen, Tau lag noch auf allen Blättern, ging ich sehr früh in den Garten wie ich es häufig tat, um die Morgenstimmung und die frische Kühle zu genießen. Auf dem Weg zu meiner Bank, kam ich an den alten englischen Rosen vorbei. Ihren Duft den sie tagsüber verschwenderisch verströmten, nahm man nur sehr zart wahr. Etwas auf dem Boden fesselte meine Aufmerksamkeit. Da lag doch tatsächlich eine kleine tote Fledermaus und ein rosarotes Blütenblatt deckte sie liebevoll zu.
I. R.

Der Teufel kommt!
I.Reimann

Eine lustige Pfingstgeschichte
Der Pfingstpfarrer
In der Nähe unseres Schulhofs, verlief ein alter Abwasserbach, der eigentlich noch ein Relikt aus alter Zeit war, nämlich der Teil eines Stadtgrabens, der vor Jahrhunderten um die Stadtmauer lief. Ab und zu, kam es schon einmal vor, dass wir Kinder beim Spielen nasse Füße bekamen, wenn wir den Ball mit einem Stock aus dem Wasser holen mussten, in den er im Eifer des Gefechtes gefallen war. Gut roch er danach nicht und wir mussten ihn erst einmal tüchtig abwaschen. Nun war es just so, dass der Pfarrgarten an diesen Teil des Grabens grenzte. Es war ein wunderschöner Frühlingstag und in einigen Tagen Pfingsten. Überall in den Gärten, regten sich fleißige Hände. Auch der Pfarrer werkelte schon eine ganze Weile in seinem Gärtchen herum. Nach einiger Zeit, richtete er seinen von der ungewohnten Arbeit schmerzenden Rücken auf, ergriff das Brevier, welches er in seiner alten Strickjacke verwahrt hatte und ging während er las, ständig im Garten auf und ab. In unserer Schule, hatte gerade die Pause begonnen und neugierig wie wir waren, wollten wir sehen, was der Herr Pfarrer dort machte. Wieder hatte er einige Seiten seines Breviers umgeschlagen und ganz vertieft in das Thema seiner Pfingstpredigt, ging er immer weiter auf den Bach zu. Flüsternt schlossen wir Kinder schon Wetten um Kaugummi ab, fällt der Pfarrer wohl hinein, oder kommt er noch soeben davon. Kaum ausgesprochen, tat es einen lauten Platsch und das schmutzige Wasser spritzte in die Höhe. Also hatte der Pfarrer bei seinem intensiven Studium die Kurve doch nicht mehr bekommen. Er stand bis zu den Knien im Wasser, sein Gesichtsausdruck völlig verdutzt, weil er sich nicht erklären konnte, wie er dort hineingeraten war. Er stand eine ganze Weile so da, bis wir Kinder ganz fürchterlich anfingen zu lachen, ich glaube aber, der Herr Pfarrer lachte am lautesten. Dann nahm er eilig sein schlammiges Büchlein und kletterte zurück in seinen Garten. Dort rannte ihm schon seine Wirtschafterin entgegen, die das Missgeschick vom Fenster aus gesehen hatte: " Herr Pfarrer, Herr Pfarrer, sind sie noch heil"? Aber der Pfarrer lachte nur leise vor sich hin, dachte er doch an die vermaledeiten Kinder, die schon länger dagewesen sein mussten und die ihn einfach in den Bach laufen ließen, ohne ihm eine Warnung zu zurufen. Er hat trotzdem eine schöne Pfingstpredigt gehalten. Und von diesem Tag an, hieß er bei uns Kindern: “ Der Pfingstpfarrer“.
I.Reimann

Der Teich vum Kneppelmeller
Nä nä, es woar nee der Teich vum Kneppelmeller, es woar der aale Hoofeteich, a Koarpateich, schonn vu a poar Joahrhunderta aogeleet, fer die Herrschoaft off’m Dominium. Daam Freiherrn von Degenheym gehoarta frieher die Koarpa, oaber der Meller kunde , asu wie ars brauchte, sei Woasser oabnahma fer seine Sääjemiehle. Die aale Baache musste daan Teich emmer wieder uuffella. Die Braatmiehle wurde vu ons Kneppelmiehle genannt, weil aus Stämma, Kneppan on oallem Braate gemacht wurda. Asu viel zor Geschichte.
Mier Jenglan woßta, wenn eim Herbste die Koarpaernte woar, on die Moanne, met Gummioaziecha on gruußa Netza dann Teich laar machta; „ Baale kemmt der Wenter!“ Oalle Koarpa woarn zwaor nee gefanga, andre zor Vermährong wieder ei a Teich geschmessa ei daan ma wieder fresches Woasser ließ. Der Wenter koam, der Teich fruer zu , on mier kunda Schlittschuhfoahrn. Die Struh-peschel, die aus daam Eise rausguckta, zeichta ons, „doas Eis ies decke genunk, die Fesche hoan Loft on mier kenna off a Teich!“ Kääner toat ons vertreiba, mier kunda onsan Spaß hoan! Eishockeye spiela, Kreisel drehn, die Määdlan emkrääsa on onse Kunststecklan zeija.
Oaber, oaber, der Kneppelmeller musste seine Braate schneida, brauchte Woas-ser! Daos Waosser soank, doas Eisa oa a Rändarn krachte , kriechte Resse on mier Angst. – Also nischt wie ronder vum Eise!! Andarn Taag woarsch, oals wenn siech die Decke wieder gehooba hätte, mier woarn wieder droffe. – Bes es wieder knackte on knärrschte. Der Kneppelmeller toat wieder Braate schneida. Mier fuharn wetter, bes es taate. Ieberm Eise stoand daos Woasser, es wur gefährliech. –
Wenn ieberlääft, werd’s gefährliech, doas woßt mer, weß mersch a hoite nooch?
Erhard Gertler, Gabersdorf

Der Geist im alten Speicher der Volpersdorfer Brauerei.
Eine alte Erzählung
Es gab in früheren Zeiten, schon immer eine Brauerei in Volpersdorf und auch heute, stehen noch einige ihrer Gebäude. Sie lag ein wenig abseits des Dorfes, dort wo ein klarer Bach gutes Brauwasser bescherte. Es gab sehr gutes Bier, von dem auch heute noch so mancher zu erzählen weiß. Just in diesem Gebäude, trug sich eine unheimliche Geschichte zu. Kinder, die dort wohnten, streiften neugierig in den alten Gebäuden umher und kamen auch in einen alten Speicher, dessen Türe schon nicht mehr vorhanden war. In diesem Türrahmen, erschien zeitweise ein Geist, der so beschrieben wurde. Er hatte einen Kopf, der wie ein rundes Wespennest aussah. Zudem trug er einen Rock auf den Schultern, der bis zu den Knien reichte. Beine hatte er keine. Gingen die Kinder auf den Türrahmen zu, war der Geist nicht mehr zu sehen, entfernten sie sich, kam der Spuk zurück. Deshalb glaubten sie an einen Scherz der großen Jungen, und suchten nach Fäden, Drähten, oder einem Mechanismus, der den Geist beliebig hin und her transportierte, aber man fand nichts dergleichen. In einem Gang des Speichers lag ein Schweinetrog aus Holz mit dem Boden nach oben. Man wollte nachsehen, ob der Geist vielleicht darunter steckt. Ohne ihn zu berühren, drehte sich der Trog mit einem heftigen Rumms auf die andere Seite. Leider war sonst nichts zu sehen. Seit diesem Schrecken, wurde der Speicher gemieden.
Eine andere Geschichte erzählt von einem Gang, der in einem heute abgerissenen Gebäude der alten Brauerei sein Ende nahm, kommend vom Dominium. Es war wohl ein alter Fluchtweg, der in den Wirren der Kriege und Raubüberfällen, denen Adelige und ihre Besitztümer ausgesetzt waren, angelegt wurde.
I. Reimann

Die Sage von der Hoverone

In Volpersdorf und Umgebung erzählte man sich folgende
Geschichte.
Vor langer Zeit, erzählte man auch diese Geschichte von der Hoferone.
Dort, wo heute der Campingplatz hinter dem Dominium liegt, soll es umgehen, das heißt mit anderen Worten, es spukt. Man erzählt, dass sich in dem kleinen Waldstreifen, der sich am Campingplatz entlang zieht eine tiefe Mulde befindet, in der die Hoferone ihre nicht gewollten Kinder begraben haben soll. Diese würden sich um Mitternacht durch Weinen bemerkbar machen, weil sie nicht christlich beerdigt wurden.
Vor langer Zeit soll es auch ein Sühnebildnis in der Buchenallee an einer Buche gegeben haben. Auch hier soll man des Nachts die Kinder weinen gehört haben. Wer dieses Bild angebracht hat weiß man nicht, auch nicht mehr was auf diesem Bild zu sehen war. Man meint, es wäre eine Muttergottes gewesen, was man ja auch gut nachvollziehen könnte.

Die Jagd auf dem
Rohmhübel
Von
Im Eulengebirge
hat sich in den letzten Jahren das Muffelwild stark vermehrt . Allein auf der Grafschafter Seite wurde ein
Bestand von reichlich 500 Tieren festgestellt, die im Winter auch bejagd
werden. Mein Bruder Alois hegte schon seit längerer Zeit den Wunsch, die
Trophäe eines Muffelwildes aus unserer Heimat, an seiner Wand zu sehen. So
reisten wir,er und ich als Jagdbegleiter im Dezember 1993 auf Mufflonjagd ins
Eulengebirge. Von der Falkenberger Försterei aus, wo wir untergebracht waren,
ging die Fahrt mit dem Jagdführer ins Revier. Es war herrliches Winterwetter,
die Berge tiefverschneit, die Sonne strahlte vom blauen Himmel auf den
märchenhaft glitzernden Wald .Als wir von der Volpersdorfer Försterei aus dem
Weg unterhalb des Rohmhübels ( ein 741 Meter hoher Berg in der Volpersdorfer
Gemarkung ) entlang fuhren, sahen wir in etwa 200 Meter entfernung oben am Berg
dunkle Flecken zwischen den Bäumen. Ein Rudel Mufflons musste es sein.Der Jagdführer
und mein Bruder pirschten sich, durch große Bäume gedeckt, bis auf etwa 120
Meter an das Rudel heran und machten dabei einen starken Widder aus. Als dieser
sich hinter einem Baum hervorschob, so das der Vorderkörper und Haupt frei
waren, legte mein Bruder die Büchse an und drückte ab.Als der Schuß verhallt
war, meinte mein Bruder, er sei gut abgekommen, habe also getroffen.Und nun
stapften wir im tiefen Schnee bis zur Anschußstelle. Da lag auch das gestreckte
Tier. Aber –und nun war die Enttäuschung groß- es hatte keine Hörner; war
demnach ein weibliches Tier, ein Schaf. Der Jagdführer und mein Bruder waren
sich absolut sicher, dass sie mit ihren Ferngläsern einen Widder ausgemacht
hatten. Und nun lag ein Schaf da! Dies konnte doch nicht war sein!! Aber, etwa
2 Meter höher bemerkten wir Schweiß
(Blutstropfen) der nicht vom Schaf stammen konnte. Wir gingen der Spur nach und
fanden etwa 10 Meter höher hinter einem Baum den toten Widder. Was war also
geschehen?- Beim Schuß hatte unmittelbar hinter dem Widder das Schaf gestanden,
unsichtbar für den Jäger. Das Geschoß hatte den Körper durchschlagen und war in
das Schaf eingedrungen, das dann im Anschuß tot umfiel. Der Widder hatte noch
einige Sprünge nach oben gemacht, bevor auch er tot in den Schnee sank.Das war
ein einmaliges, seltsames Geschehen. Weil sich dies auf dem Rohmhübel zutrug,
hätte man auf den Gedanken kommen können, die Hofe-Verone müsste hier ihre Hand
im Spiel gehabt haben. Aber es handelte sich wohl um einen , wenn auch seltenen
Zufall, wobei mit einem Schuß zwei Tiere
fielen.

I. R.

Eine Legende von der Quingenburg.
In der Nähe des Dorfes Volpersdorf, auf dem Quingeberg, soll
einst eine Burg gestanden haben, in welcher wilde Raubritter hausten.


Ein Ölbaum in Volpersdorf
In der Nähe der Volpersdorfer Schule, in dem Garten des Stellenbesitzers Paul Wunsch, steht ein merkwürdiger Baum der im Volksmunde als Ölbaum bezeichnet wird. Über den Ursprung des Baumes, der heute eine Höhe von zehn Metern bei einem Umfang von 75 cm (in Brusthöhe gemessen) hat, erhalten wir folgende Zuschrift: Gegen das Jahr 1860 kam ein Franziskanermönch Phillip Gersch nach Volpersdorf und übernachtete in der sogenannten Schölzerschmiede. Er brachte seinem Gastgeber eine unscheinbare Wurzel mit, die er aus dem Ölgarten, indem unser Erlöser sein bitteres Leiden begonnen hat, entnommen hatte. Der Meister Welzel grub die Wurzel in den kleinen Garten vor seinem Hause ein und erwartete wohl nicht, daß die Selbe ein Auferstehen feiern würde. Doch, o Wunder, im nächsten Jahre kam ein Zweig mit wohlriechenden Blättern hervor, der sich von Jahr zu Jahr vergrößerte und sich zu einem hohen schlanken Baum entwickelte, der bald das Dach des Wohnhauses überragte. Der spätere Besitzer ließ den Baum, dessen Wert er weniger schätzte, umhauen. Damit war der Ölbaum aber nicht zufrieden. Er hatte in den Jahren seines Wachstums Zeit gehabt, seine Wurzeln unter der Erde zu verbreiten und ein neuer Baum, kaum zwanzig bis dreißig Schritt von dem Ersten entfernt, entstand. Derselbe steht heute noch und sendet sein kräftiges Aroma im Frühjahr, besonders wenn Regen ihn erquickt hat, allen, die hier vorüberkommen oder hier wohnen.
Auszug aus den Neuroder Heimatblättern von 1924


Die Geschichte der Volpersdorfer Schölzereikapelle
Es ist schon lange her, da gab es in Volpersdorf noch eine Schölzerei (Schulzenhof.) Der Dorfschulze war so eine Art von Bürgermeister mit Gerichtsbarkeit. Dort stand eine junge fromme und tüchtige Magd in Diensten. Ihr Elternhaus war in Ebersdorf nicht sehr weit von Volpersdorf entfernt, so dass Sie jeden Abend, nach getaner Arbeit nach Hause ging. In der Schölzerei, gab es viele Mägde und Knechte und darunter auch einen rechten Spaßvogel und Tunichtgut. Eines Abends, es war schon dunkel, als die junge Magd wieder einmal dem Elternhaus zu strebte, da hatte er sich einen ganz besonderen Streich ausgedacht. Er zog sich einen weißen Mehlsack über und lauerte dem Mädchen hinter einem Busche auf. Als sie vorüberging stürzte er mit fürchterlichem Gebrüll vor sie hin. Die Magd voller Entsetzen, griff nach ihrem Holzprügel, den sie für alle Eventualitäten bei sich trug, denn man wusste ja nie, was so alles auf dem Wege passieren mochte. Sie befahl sich Gott und wollte dem vermeintlichen Geist zeigen wie es ist, wenn man einem jungen unschuldigen Mädchen zu nahe tritt. Mit der ganzen Kraft ihrer Jugend, schlug sie immer wieder auf den Geist ein, bis er sich nicht mehr rührte. Dann rannte sie so schnell sie konnte ihrem Elternhause zu. Am anderen Morgen in der Schölzerei angekommen, gab es große Aufregung. Einer der Knechte, hatte auf dem Wege zur Arbeit einen Mehlsack gefunden völlig mit Blut besudelt. Als er zitternd und bebend hineinsah, erkannte er kaum seinen Arbeitsgefährten, der wie er Knecht auf dem Hofe war. Jetzt erzählte die Magd ihrem Herrn, was sich auf ihrem Nachhausewege zugetragen hatte. Der unglückliche Knecht, hatte durch einen dummen Streich ein so grausames Ende gefunden. Später baute man zur Erinnerung und zur Sühne die Schölzelkapelle einen großen Bildstock der noch lange in Volpersdorf zu sehen war.
I. Reimann

Vergebliche Miehe